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Deutsche Innenstädte werden zum Erlebnispark

Ein Bummel durch die Innenstädte Deutschlands zeigt, dass diese im Umbruch sind. Der Textilhandel zieht sich zurück, wodurch Platz für mehr Cafés und Restaurants geschaffen wird. Das Motto ist einfach: Weniger shoppen, mehr Essen und Trinken. Aber das dürfte erst der Anfang sein, denn zudem digitalisiert sich die Gastronomie immer mehr. Dieser Wandel schmeckt auch den Kunden, denn die klassischen Kneipen, Cafés und Restaurants sind vom Aussterben bedroht.

Gescheiterte Einzelhändler werden ersetzt von Gastronomiebetrieben

Seit Jahrzehnten stehen die Einkaufsstraßen in Deutschland einer großen Herausforderung gegenüber. Ein immer größerer Teil der Einkäufe erledigen die Verbraucher im Internet und deshalb finden immer weniger Kunden den Weg in die Innenstadt. Die Folge daraus ist, dass immer mehr klassische Einzelhändler ihre Tore schließen müssen. Werden die Räume neu vermietet, dann zieht in die verwaisten Räume zumeist ein Gastronomiebetrieb ein. Der Anteil der Gastronomie liegt bereits über 20 % bei den Neuvermietungen in den Innenstädten. Vor allem die Restaurantketten wie Alex, Extrablatt, Hans im Glück oder Vapiano sind dabei auf dem Vormarsch.

Das Comeback der Gastronomie war der „Immobilien Zeitung“ sogar einen langen Artikel mit dem Titel „Das große Fressen“ wert. Die Kernbotschaft des Artikels war deutlich: Gaststätten und Cafés wurden lange aus den Innenstädten verdrängt, nun kehrt die Gastronomie zurück. In einem Branchenbericht kam auch die Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) zu dem Ergebnis, dass die Großstädte ohne Kaffeebars kaum mehr vorstellbar sind.

Nach der Einschätzung der Experten ist nicht nur der Siegeszug des Online-Handels der einzige Grund für diese Entwicklung. Essen würde im öffentlichen Bewusstsein generell immer wichtiger werden und die Bedeutung von Mode würde schwinden. Den Wandel beschreiben Experten mit den Worten, dass bei Facebook mittlerweile ein Foto vom Essen gepostet würde, aber nicht von dem neuen Outfit.

Die Entwicklung sehen die Immobilien-Experten keineswegs negativ, sondern äußern sich damit, dass der Verbraucher sich die Innenstädte zurückholt. In den vergangenen Jahrzehnten habe es eine Art Kaufrausch-Zeitalter gegeben und in dieser Zeit habe der Konsum die Innenstädte dominiert. Eben dem sind die Menschen nun überdrüssig und es käme jetzt der Erlebnischarakter dazu.

Handel verliert seine Monopolstellung

Sicherlich wird der Handel weiterhin in den Innenstädten eine große Rolle spielen, aber wird nicht mehr die Monopolstellung einnehmen, wie es in der Vergangenheit der Fall war. In Zukunft würden oft andere Spieler den Besuchermagneten darstellen, eben die Gastronomie und alles, was mit der Freizeit zu tun hat.

Dazu kommt, dass das Prinzip „Stammkneipe“ vielen der digitalen Natives so fremd ist, wie die Häkelrolle auf der Hutablage. Heute sind die klassischen Kneipen und Cafés vom Aussterben bedroht, denn die Durstigen und Hungrigen sind heute wesentlich wählerischer. Das hat einen Grund: Die Menschen sind heute mobiler und verfügen über mehr Transparenz und Optionen, was es alles gibt. Dadurch können sie ganz andere Prioritäten setzen.

Die Gastronomie digitalisiert sich zunehmend

Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass sich die Gastronomie digitalisiert. Die Speisekarten werden per Mausklick eingesehen, für die Gäste gibt es offenes WLAN und intelligente Gläser. Vor allem im Bereich „Echtzeitdaten zum Durst der Gäste“ tut sich momentan viel Neues: sowohl auf der Anbieter, als auch Kundenseite. Fast 50 % der Gäste würden ihre Rechnung gern per Smartphone bezahlen.

Eine Umfrage hat ergeben, dass sich rund 17 % der Restaurantgäste sich für die Zukunft wünschen, dass von den Restaurants die Zutaten selbst angebaut werden. Freies WLAN steht bei 36 % der befragten Restaurantgäste ganz oben auf der Prioritätenliste und 30 % würden die Speiseinformationen gern per Tablet erhalten, während 10 % gern die Bestellung per Klick auf dem Tablet abgeben würden.

Beispielsweise bieten Innovationen wie digitale Kassen nicht nur die Möglichkeit, dass die Gäste am Tisch per PayPal ihre Rechnung bezahlen können, sondern dank der automatischen Erfassung und Übermittlung von sämtlichen Rechnungsvorgängen wird auch das Warenwirtschaftssystem erleichtert. So ist es möglich die Logistik und Nachbestellung zu optimieren und zugleich den neuen Vorgaben der digitalen Archivierung und Belegerfassen nachzukommen.

Das „smarte Glas“: der Wirt weiss „alles“

Ein ebenfalls gutes Beispiel für die Digitalisierung der Gastronomie ist das „smarte Glas“ dieses schlaue Trinkgefäß gibt dem Wirt zu jeder Zeit Auskunft darüber, welches Getränk, in welcher Menge genau in dem Moment über den Tresen geht. So ist es ihm möglich, umgehend zu reagieren, wenn das Bier beispielsweise zu Neige geht. Oder er kann erkennen, ob sich seine Werbeaktion oder eine bestimmte Musik sich positiv auf den Konsum auswirkt.

In den Gläsern ist ein Chip integriert und daher kann es mit der Theke kommunizieren, die ebenfalls intelligent ist. Diese fungiert wie ein Lesegerät und sendet die Daten über Mobilfunk in die Cloud, wo sie dann in Echtzeit ausgewertet werden. So hat der Wirt zu jederzeit einen Überblick darüber, was seine Kunden am liebsten mögen und am meisten bestellen.

Von den meisten der Unternehmer wird diese Digitalisierung als Chance interpretiert. Doch zugleich klagen rund 60 % darüber, dass sie zu wenig Zeit hätten, um sich mit der Digitalisierung zu beschäftigen. Zumeist fehlt das notwendige Know-how, was verständlich ist. Doch das ist kein Grund, um länger zu warten, wobei der Kunde stets im Zentrum stehen muss.

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